Waldrebe, Gewöhnliche
(Clematis vitalba)
Blütezeit: Juni bis August
Vorkommen: Auwälder, Buschränder, Waldränder, Waldlichtungen.
Beschreibung: bis 1000 cm hohe Holzpflanze.
Allgemeines: Die jungen Triebe sind im Frühjahr gekocht essbar, im Alter und
unverarbeitet sind sie unbekömmlich.
Im Mittelalter entstellten sich Bettler ihre Haut mit dem Pflanzensaft, um durch ihr Aussehen
Mitleid zu erregen und die Spendenfreudigkeit der Bürger zu fördern.
Man nannte die Pflanze deswegen damals „Teufelszwirn“.
In Österreich werden alte trockene Stängel gerne von Kindern angezündet
und als „Lianentschick“ geraucht.
Stechpalme
(Ilex aquifolium)
Blütezeit: Mai bis Juni
Vorkommen: Wälder
Beschreibung: 100 bis 600 cm hoher Strauch.
Allgemeines: Die Früchte nutzte man früher als Abführmittel.
Alle Pflanzenteile sind giftig.
Bereits 20 bis 30 Früchte gelten für einen Erwachsenen als tödlich.
Durch die Tatsache, dass Blätter im unteren Baum-
bereich stärker bewehrt sind und im oberen Bereich, den das Wild nicht mehr erreicht,
fast glattrandige Blätter ausbildet, wird die Stechpalme auch als Symbol der weisen
Voraussicht gewertet.
Liguster, Gewöhnlicher
(Ligustrum vulgare)
Blütezeit: Juni bis Juli
Vorkommen: Sonnige Gebüsche, lichte Wälder, Waldränder.
Beschreibung: 100 bis 500 cm hoher Strauch.
Allgemeines: Die reifen giftigen Beeren des Gemeinen Ligusters wurden nach
Frosteinwirkung auch als Farbstoff verwendet. Auf Wolle bildet sich ein tiefblauer Farbton.
Schattenblümchen, Zweiblättriges
(Maianthemum bifolium)
Blütezeit: Mai bis Juni
Vorkommen: Artenarme Laub- und Nadelwälder, Moore, Bergwiesen.
Beschreibung: 5 bis 20 cm hohe Staude.
Allgemeines: Die giftigen Früchte werden aufgrund ihres Aussehens und des häufigen
Vorkommens der Pflanzenart mit Preiselbeeren verwechselt. Schattenblumen-Beeren sind jedoch
vor der Reife gefleckt und die Fruchtstände sind nicht überhängend, außerdem haben
Preiselbeeren eiförmige und bis an der Triebspitze wachsende Blätter.
Stechapfel, Weißer
(Datura stramonium)
Blütezeit: Juni bis Oktober
Vorkommen: Lückige Unkrautbestände auf Schutt, Müllplätzen und Wegen.
Beschreibung: 10 bis 80 cm hoch, einjährig.
Allgemeines: Die Blüten öffnen sich zwischen 19 und 20 Uhr und schließen sich
nach etwa einem Tag wieder.
Sie riechen unangenehm, besonders stark in der Nacht.
Vergiftungen ähneln denen der Tollkirsche.
Als Rauschdroge ist der Stechapfel beschrieben worden, so das Rauchen getrockneter
Blätter, Trinken von Teeaufgüssen, Kauen der Stramoniumwurzel.
Faulbaum, Echter
(Frangula alnus)
Blütezeit: Mai bis Juni
Vorkommen: Auwälder, Moore, Weidengebüsche, lichte Laub- und Nadelwälder.
Beschreibung: 1 bis 4 Meter hoher Strauch.
Allgemeines: Das Holz des Faulbaums ergibt eine hochwertige Holzkohle
mit geringem Ascheanteil. Diese war besonders in der Vergangenheit begehrt zur Herstellung von
Schwarzpulver. Auf diese Nutzung geht auch der Trivialname „Pulverholz“ für die Art zurück.
Beeren, Blätter und frische Rinde sind als giftig eingestuft, wobei ein
Faulbaumpräparat aus der Rinde gegen Verstopfung helfen soll.
Seifenkraut, Echtes
(Saponaria officinalis)
Blütezeit: Juni bis September
Vorkommen: An Flussufern, Dämmen, Kiesbänken, auch an Wegen und Schuttplätzen.
Beschreibung: 30 bis 80 cm hohe Staude.
Allgemeines: Wurzelauszüge wurden früher als Seife verwendet. Sie enthalten
Saponine, die einen Schaum bilden und Waschkraft entfalten.
Die Pflanze soll gegen katarrhalischer Bronchitis mit zäher Schleimbildung und
äußerlich bei Hauterkrankungen helfen.
Nachtschatten, Schwarzer
(Solanum nigrum)
Blütezeit: Juni bis Oktober
Vorkommen: In lückigen Unkrautbeständen an Schuttplätzen, Gärten, Äcker.
Beschreibung: 10 bis 80 cm hoch, einjährig.
Allgemeines: Obwohl eine Vielzahl von Berichten über Vergiftungen durch den
Genuss von Pflanzenteilen des Schwarzen Nachtschattens bekannt sind, gibt es ebenso eine
hohe Anzahl von Belegen über die Verwendung als Nahrung. Zum einen finden die Blätter
Verwendung als Spinat-ähnliches Gemüse, andererseits werden die reifen Beeren als Obst gegessen.
Die Konzentration der Giftstoffe schwankt sehr stark und ist wahrscheinlich abhängig
vom Klima und Bodentyp, in dem die Pflanze wächst, zudem nimmt die Konzentration mit
zunehmendem Alter der Pflanze ab. Dadurch lässt sich erklären, dass es zahlreiche Belege
gibt, die entweder die Pflanze als Giftpflanze kategorisieren oder aber einen Einsatz
als Nahrungsmittel beschreiben.
Sanikel, Wald-
(Sanicula europaea)
Blütezeit: Mai bis Juni
Vorkommen: Schattige Laubwälder mit krautigem Unterwuchs.
Beschreibung: 20 bis 45 cm hohe Staude.
Allgemeines: Wald-Sanikel enthält Vitamin C und wundheilendes Allantoin.
Mittelalterliche Kräuterkundler nahmen die Pflanze als Wundheilmittel.
Heute empfielt die Volksheilkunde einen Tee aus den bis zum Beginn der Blütezeit
gesammelten Grundblättern als schleimlösendes Mittel bei akuter oder chronischer Bronchitis.
In der Küche nimmt man die Blätter in kleinen Mengen zum Würzen von Fleisch und Eintöpfen.
Windröschen, Busch-
(Anemone nemorosa)
Blütezeit: März bis Mai
Vorkommen: Laub- und Nadelwälder, Gebüsche.
Beschreibung: 10 bis 25 cm hohe Staude.
Allgemeines: Alle Pflanzenteile sind giftig. Hauptwirkstoff ist das Protoanemonin,
welches beim Trocknen zum unwirksamen Anemonin umgesetzt wird, und weitere unbekannte Giftstoffe.
Die Frühjahrspflanze nützt die guten Lichtverhältnisse im Wald,
bevor das Laub der Bäume austreibt.
Die Entwicklung von der Samenkeimung bis zur 1. Blüte
dauert bis zu 15 Jahren, bis dahin bilden sich jährlich lediglich 1 bis 2 Laubblätter.
Maiglöckchen
(Convallaria majalis)
Blütezeit: Mai bis Juni
Vorkommen: Laubwälder
Beschreibung: 10 bis 20 cm hohe Staude.
Allgemeines: Das Maiglöckchen wird insgesamt als sehr stark giftig eingestuft.
Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders aber Blüten und Früchte.
Schneeglöckchen
(Galanzhus nivalis)
Blütezeit: Februar bis März
Vorkommen: Im Süden an wenigen Stellen wild.
Beschreibung: 8 bis 20 cm hohe Staude.
Allgemeines: Das Schneeglöckchen ist giftig.
Das aus der Pflanze isolierte Alkaloid Galathamin wird zur Behandlung von Alzheimer eingesetzt.
Seerose, Weiße
(Nymphaea alba)
Blütezeit: Juni bis August
Vorkommen: Teiche, Altwässer, ruhige Seen.
Beschreibung: 50 bis 300 cm hohe Staude.
Allgemeines: Die Seerose ist eine geschützte Pflanze und giftig.
Ihre Blüten öffnen sich nur tagsüber zwischen 7 und 16 Uhr.
Salomonsiegel, Wald-
(Polygonatum multiflorum)
Blütezeit: Mai bis Juni
Vorkommen: Wälder mit krautreichem Unterwuchs, Auwälder.
Beschreibung: 30 bis 80 cm hohe Staude.
Allgemeines: Alle Pflanzenteile sind giftig, vor allem die Beeren;
sie enthalten Saponine und andere Giftstoffe.
Die Wurzel der Maiblume hat schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften.
Lerchensporn, Hohler
(Corydalis cava)
Blütezeit: Von März bis Mai erscheinen in den Blattachseln unscheinbare, gelbliche, wohlriechende Blütenknäuel.
Vorkommen: Buchenwälder mit reichlichem Krautunterwuchs, Auwälder, Obstgärten.
Beschreibung: 10 bis 35 cm hohe Staude.
Allgemeines: Alle Pflanzenteile des Hohlen Lerchensporns sind giftig,
besonders aber die Knolle.
Schöllkraut
(Chelidonium majus)
Blütezeit: Mai bis Oktober
Vorkommen: In der Nähe von menschlichen Wohnstätten, etwa auf Schuttplätzen, an
Wegesrändern, in Robinienbeständen und sogar in Mauerspalten, jedoch auch im Gebirge.
Beschreibung: Bis zu 70 cm hohe Staude.
Allgemeines: Bestimmte Alkaloide des Schöllkrauts, sind sowohl in den
oberirdischen Teilen der Pflanze als auch in der Wurzel vorhanden. Im Herbst konzentrieren
sie sich in der Wurzel, die dann hochgiftig wird.
In der Volksmedizin wird der gelblichgrüne Saft der Pflanze äußerlich bei Hautkrankheiten
wie Warzen verwendet, entweder nativ oder als Salbe.
Schöterich, Acker-
(Erysimum cheiranthoides)
Blütezeit: Mai bis September
Vorkommen: Der Acker-Schöterich wächst in Gärten, Äckern und an Flussufern sowie auf
Brachflächen. Er kommt oft zusammen mit dem Klatschmohn vor.
Beschreibung: 15 bis 60 cm hoch, einjährig.
Allgemeines: Auf den ersten Blick ähnelt der giftige Acker-Schöterich stark
anderen gelbblühenden Kreuzblütlern, wie etwa dem Acker- oder dem Mauersenf. Aber seine
Blätter sind fast geradrandig und seine Schoten vierkantig. Bei der Betrachtung des Stängels
mit der Lupe sind zwei- bis dreizackige an den Stängel angedrückte Haare zu erkennen.
Außerdem sind die Blüten wesentlich kleiner.
Wolfsmilch, Zypressen-
(Euphorbia cyparissias)
Blütezeit: April bis Juli
Vorkommen: Kalkmagerrasen, Wegraine, Böschungen.
Beschreibung: 15 bis 40 cm hohe Staude.
Allgemeines: Alle Pflanzenteile sind durch den Milchsaft stark giftig.
Bei Hautkontakt können sich schmerzhafte Blasen bilden. Wie auch bei anderen Wolfsmilch-Arten
sollte der klebrige Milchsaft auf keinen Fall mit dem Auge in Berührung kommen! Er ist
daraus nur schwer zu entfernen und es drohen gefährliche Bindehaut- und Hornhautentzündungen.
Färberwaid
(Isatis tinctoria)
Blütezeit: Mai bis Juli
Vorkommen: Färberwaid bevorzugt trockene Hänge, Felsen und trockene Ruderalstellen.
Beschreibung: 30 bis 150 cm hoch, zweijährig.
Allgemeines: Der "Deutsche Indigo" stammt aus Westasien, wurde aber bereits
vor vielen Jahrhunderten in Europa als Färberpflanze kultiviert. Aus dem Färberwaid wurde in
Deutschland Indigo (Indigoblau) gewonnen. Erst an der Luft oxidiert der Farbstoff und wird
langsam blau.
Pfaffenhütchen, Gewöhnliches
(Euonymus europaeus)
Blütezeit: Mai bis Juni
Vorkommen: Die Pflanze bevorzugt Waldränder, Hecken und Abhänge.
Beschreibung: 3 bis 6 m hoher Baum oder Strauch.
Allgemeines: Alle Pflanzenteile des gewöhnlichen Spindelstrauches sind giftig.
Der Verzehr von Samen führt zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Dabei kann es zu einer starken Reizung des Magen-Darm-Traktes kommen.
Dotterblume, Sumpf-
(Caltha palustris)
Blütezeit: April bis Juni
Vorkommen: Die Sumpfdotterblume wächst in Sumpfwiesen, an Quellen, Bächen und Gräben.
Sie ist außerdem in Bruch- und Auenwäldern zu finden.
Beschreibung: 15 bis 60 cm hohe Staude.
Allgemeines: Sumpfdotterblumen sind als schwach giftig bis giftig einzuordnen.
Trotz der Giftigkeit der Pflanze wurde die Sumpfdotterblume in der Vergangenheit als
Nahrungsmittel, Färbepflanze für Milchprodukte sowie als Genussmittel verwendet. Die Blätter
der Sumpfdotterblume wurden traditionell in der spanischen Küche als Salatgrün eingesetzt.
In der englischen Küche wurde sie zur Verfeinerung bzw. geschmacklichen Färbung von Landwein
und Essig eingesetzt. Die Knospen der scharf schmeckenden Pflanze wurden in Notzeiten als
Kapernersatz gehandelt.